Pool, Schwimmteich oder Naturpool?

Wer von uns hat sich diese Frage noch nicht gestellt, als das Thema, ein eigene Badeparadies im Garten zu bauen, aktuell wurde. Aber was ist denn nun wirklich „besser“, sofern man diese Frage, so allgemein gestellt, überhaupt beantworten kann.

Vergleichen wir doch einfach einmal die drei völlig unterschiedlichen Konzepte:

 

Der klassische Pool

Der Swimmingpool ist ein meist rechteckiges Becken, in der Regel gemauert und abgedichtet oder aus GFK-Kunststoff. Aus Blech gibt es  günstige runde Lösungen, die dann mit einem Foliensack abgedichtet werden. Die Reinigung erfolgt meist über eine Sandfilteranlage mit einer zusätzlichen Desinfektion mittels Chlor, Ozon oder anderer Desinfektionsmittel. Eine natürliche Reinigung ist nicht möglich, da sämtliche Mikroorganismen durch die zugesetzten Desinfektionsmittel abgetötet werden.

Vorteile:
Die Fläche ist vollständig als Schwimmbereich nutzbar, der Arbeitsaufwand gering und eine Beheizung ist einfacher, als bei einer natürlicher Wasserreinigung möglich.

Nachteile:
Die Form ist durch standardisierte Lösungen oft vorgegeben, es besteht eine Gefahr der Gesundheitsschädigung durch Desinfektionsmittel, es entstehen hohe Kosten für elektrischen Strom, wie auch für Desinfektionsmittel, und im Endeffekt sieht ein Pool im Winter nicht schön aus.

 

Der Schwimmteich

Der Schwimmteich ist ein stehendes Gewässer, das ebenfalls künstlich angelegt wird. Es wird hier jedoch darauf geachtet, dass sich der Schwimmteich harmonisch in die natürliche Umgebung einfügt. Der Gestaltung des Teiches sind keine Grenzen gesetzt, da er individuell in ein Grundstück „hineingeplant“ wird. Die Reinigung des Badewassers erfolgt im Regenerationsbereich bzw. Filter, welcher  vom Badebereich abgegrenzt ist. Die Wasserpflanzen und Mikroorganismen im Regenerationsbereich sorgen durch natürliche biologische Vorgänge für ein nährstoffarmes und natürlich frisches Wasser. Der Einsatz von Technik wirkt auf die natürliche Wasserreinigung unterstützend und reduziert den Pflegeaufwand. Das System Schwimmteich funktioniert aber auch komplett ohne Technik.

Vorteile:
Der Schwimmteich fügt sich armonisch in die Gartensituation ein, das Badewasser ist weich, natürlich und gesund, die Formen sind flexibel wählbar, kann mit professioneller Unterstützung in Eigenleistung erstellt werden und stellt einen Erlebnisraum mit sich ständig verändernder Tier- und Pflanzenwelt dar. Auch im Winter ist ein Schwimmteich eine Zierde. Je nach Größe ist er auch in dieser Jahreszeit, z.B. zum Eislaufen nutzbar.

Nachteile:
Das Wasser ist nicht immer ganz klar und erfordert etwas mehr Pflegeaufwand als ein Pool.

 

Der Naturpool

Der Naturpool ist, bezogen auf die Pumpenleistung, schon eher einem Fließgewässer gleichzusetzen. Die Wasserreinigung erfolgt auf biologischem Wege, jedoch ohne „störende“ Pflanzen, dafür jedoch stark Technik gestützt. Die Anlage hat somit „Poolcharakter“. Das System ist, auch bei kurzzeitigem Ausfall der Technik, durch Abreißen des Biofilms sehr anfällig.

Vorteile:
Die Fläche ist vollständig als Schwimmbereich nutzbar, das Badewasser ist weich, natürlich und gesund.

Nachteile:

Wegen der Hydraulik ist meist eine klassische Poolform notwendig. Es entstehen nicht unerhebliche Kosten für den Energieeinsatz, und die Gefahr eines „Umkippen“ des ganzen Systems nach einem Technikausfall ist gegeben. Im Winter stellt er nicht unbedingt eine Augenweide dar, und zudem ist seine Erbauung mit einem hohen Preis verbunden.

 

 

Ich persönlich würde mittlerweile vom klassischen Pool, aufgrund der Chemie-Zusätze, die notwendig sind, um das Wasser klar und keimfrei zu halten, komplett abraten. Die großen Gefahren lauern nicht einmal bei Chlor, Algizid, pH-plus, pH-Minus, Kupfersulfat usw. ,sondern bei  den Zwischenverbindungen.
Chlor ist ein hochaktiver Mikrobenkiller und reagiert mit vielen organischen Substanzen, wie beispielsweise Hautschuppen, Schweiß und Urin. Testreihen des Center of Research in Environmental Epidemiology in Barcelona haben mittlerweile über 100 chemische Zwischenprodukte nachgewiesen, die durch die Reaktion mit Körperflüssigkeiten entstanden sind. Ein Teil davon steht im Verdacht, die DNA zu schädigen, was infolgedessen zu Krebs führen kann. Vorhergehende Studien hatten gezeigt, dass Rettungsschwimmer vermehrt unter Asthma, Atemproblemen, Allergien und HNO-Reizungen leiden.

Ich betone, dass wir hier über Testreihen mit gesunden, erwachsenen Probanden sprechen. Deutlich problematischer ist die Situation bei Kindern, alten Menschen und Allergikern.

Würden Sie Ihr Kind in solch einem Chemiecocktail baden lassen? Ich ehrlich gesagt nicht!

Der Schwimmteich ist meiner Meinung eine wirklich gute Alternative zum Pool. Allerdings erfordert dieser auch einen etwas höheren Zeitaufwand. Ideal ist ein Schwimmteich für jemanden, der Lust darauf hat, die biologischen Vorgänge zu verstehen. Jemand, dem das Erleben der sich entwickelnden Flora und Fauna Freude bereitet. Ein Schwimmteich ist das ganze Jahr hindurch ein Erlebnis, nicht nur für Kinder. Zudem haben Sie natürlich noch Ihren eigenen wunderbaren See im Garten. Idyllisch, ruhig und erholsam werden Sie Ihren Schwimmteich empfinden.
Der Naturpool ist zum klassischen Pool sicherlich eine Alternative für diejenigen, die klare Formen bevorzugen und mit „Grünzeug“ im Wasser nichts anfangen können. Höhere laufende Kosten müssen allerdings in Kauf genommen werden.

Welche Bauweise ist Ihr Favorit?

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