Ohne die chemischen Keule gegen Algen vorgehen – geht das überhaupt?

Das Badewasser in unseren Schwimmteichen wird biologisch gereinigt. Während man bei anderen Konzepten mit immer noch mehr Chemie versucht, den Algen den Garaus zu machen, können wir dank der Nutzung natürlicher, biologischer Vorgänge in klarem, weitgehend algenfreiem Wasser ohne brennende Augen und Hautauschlag baden.

Wie funktioniert das?

Algen können sehr unterschiedlich sein und sind deshalb in der Botanik nicht immer explizit den Pflanzen (Phytoplankton) oder den tierischen Lebewesen (Zooplankton) zuzuordnen. Es gibt auch noch Mischformen … Der tiefere Einstieg in die Botanik ist aber in diesem Fall auch nicht nötig.

Was wir im Teich sehen und als Algen empfinden, hat für unser Auge eigentlich nur zwei unterschiedliche Formen. Das eine ist das grün eingefärbte Wasser. Dies ist verursacht durch die sogenannten Schwebealgen. Das andere sind die in Nestern auf der Oberfläche schwimmenden Algen. Hier handelt es sich um Fadenalgen.

Obwohl Algen, wie bereits oben geschrieben, nicht immer einer Lebensform zuzuordnen sind, betreiben sie aber alle Photosynthese. Sie lieben nährstoffreiches, aber sauerstoffarmes Wasser. Sie mögen viel Licht und Wärme, und sie ernähren sich von den pflanzlichen Grundnährstoffen, wie Stickstoff, Phosphor, Magnesium, Kali und Kalk. Je mehr von diesen „Wachstumsfaktoren“ im Teich vorkommen, desto wohler fühlen sie sich, und desto besser vermehren sie sich auch! Dummerweise neigen sie aber auch noch dazu, beim schnellen Eintreten eines oder zwei dieser Faktoren sich schlagartig zu vermehren.

Nachdem wir aber genau das nicht möchten, ist es unser Ziel, all diese Faktoren in unserem Teich auf ein Minimum zurückzudrehen.

Damit ist unser Teich algenfrei!!! Zumindest in der Theorie. So einfach, wie es hier klingt, ist der Kampf Mensch – Alge nun doch nicht.

Wenn das Wasser im Teich immer leicht trübe ist, kann also die Schwebealge, meist aufgrund eines hohen Nährstoffangebotes, die Ursache sein. Tritt jedoch die Fadenalge auf, muss das Ganze schon etwas differenzierter betrachtet werden. Die Fadenalge fühlt sich bei ausreichen Licht und Wärme auch in nährstoffärmerem Wasser wohl. Wenn Fadenalgen auftreten, muss also das Wasser nicht überdüngt sein.

Was kann ich tun, um die Algen erst gar nicht entstehen zu lassen?

Die wichtigste Regel ist natürlich, dass ein Schwimmteich nährstoffarm sein muss. Die wichtigste Rolle kommt hierbei dem Regenerationsbereich, und wenn vorhanden, dem Filter zu. Getrennt vom Schwimmbereich wird das Wasser durch einen natürlichen Filter aus Kies und Sand geleitet. Dadurch werden Schwebteilchen herausgefiltert und von den, im Regenerationsbereich lebenden, Mikroorganismen abgebaut. Zusätzlich nutzen wir die Pflanzen für uns. Rohrkolben, Hechtkraut oder Kalmus entziehen dem Wasser Nährstoffe und bringen gleichzeitig über ihre Wurzeln in den Boden Sauerstoff ein.
Das Entziehen der Nährstoffe ist allerdings vergeblich, wenn neue Nährstoffe ins Wasser gelangen können. Niederschläge, Hangwasser, Füllwasser oder der ungewollte Eintrag von Dünger aus den umliegenden Gartenbereichen, können hier sämtliche Mühen zunichtemachen. Kennt man die Ursachen, können diese meist leicht abgestellt werden. Bereits im Teich vorhandene Algen auf jeden Fall abfischen, um dem Wasser auch diese Nährstoffe zu entziehen.

 

Wärme und Licht sind wichtige Wachstumsfaktoren für Algen. Deshalb sollten Teile der Anlage möglichst beschattet sein. Bäume sind wegen des Laubfalles und Ihres Wurzelwerkes in Verbindung mit der Foliendichtung nicht ideal. Im Bereich an der Regenerationszone können aber höhere Gräser für die nötige Beschattung sorgen. Auch Schwimmblattpflanzen, wie Seerosen oder Froschbiss, vermindern die Sonneneinstrahlung.

 

Die oben beschriebene Vorgehensweise bezieht sich bis hierher komplett auf einen Teich der Kategorie 1, d.h.,  einer Anlage ohne Technik.

Diese Maßnahmen können zusätzlich über den Einsatz von Technik von ihrer Wirkungsweise her verbessert und beschleunigt werden.

Der Wasseroberfläche wird schwimmendes organisches Material (Blätter, Blütenstaub etc.) entzogen, welches die biologischen Abbauprozessen durch diese Maßnahme von vornherein nicht durchlaufen muß.

Pumpen fördern das Wasser zu Schichtenfiltern. Das Durchdringen dieser Filter wird je nach Pumpenleistung  mehr oder weniger beschleunigt. Hier reden wir in der Regel von Schwimmteichen der Kategorie 2 und 3.

Die oben beschriebenen Umwälzprozesse können nochmals deutlich in ihrer Leistung gesteigert werden. Für die Reinigungsprozesse sind bei entsprechendem Einsatz von technischen Biofiltern, Phosphatabscheidern etc. für die Reinigungsprozesse keine Pflanzen mehr notwendig. Die Anlagen werden jedoch auch extrem anfällig bei einem Ausfall der Technik. Dies sind Schwimmteiche und Naturpools der Kategorien 4 und 5.

Ich persönlich mag an einem Schwimmteich die natürlichen Formen und freue mich, die biologischen Vorgänge erleben zu können. Ein Naturpool, so ganz ohne Pflanzen ist nicht mein Ding. Zudem finde ich es auch spannend, wenn ein Teich möglichst wenig Energie verbraucht!

Wie ist Ihre Meinung dazu? Natürlich und mit wenig Energieeinsatz, dafür vielleicht auch mal ein paar Tage im Jahr etwas algig? Naturnah gestaltet, mittlerer Energieverbrauch und weitgehend klares Wasser? Oder stets klares Wasser, Poolcharakter , möglichst keine sichtbaren Pflanzen, dafür ist der  Energie-Input zweitrangig?

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