Natur pur – funktioniert das?

Die natürlichste Art, einen Schwimmteich zu bauen, liegt sicherlich in der Anlage eines Naturbadeteiches, der ohne jede Technik auskommt.
Grundlegend für diese Bauweise, die der Fachmann als Kategorie 1 bezeichnet, ist das Vorhandensein eines genügend großen Grundstücks. Eingeplant werden müssen mindestens 50% der Gesamtwasserfläche als Regenerationsbereich. Dabei sorgen Wasserpflanzen, Zooplankton und ein Biofilm für eine gute Wasserqualität.
Für die Wasserreinhaltung werden hauptsächlich Pflanzen mit reinigender Wirkung als Unterwasserpflanzen, Schwimmpflanzen und Repositionspflanzen verwendet.
Beim Betrieb eines Naturbadeteiches kommt es im späten Frühjahr und im Herbst oftmals zu Trübungen des Wassers, die aber rein mit der Wasserbiologie in Verbindung stehen und im Bezug auf die Wasserqualität völlig unbedenklich sind. Ein Teich dieser Bauart entwickelt aufgrund seiner hohen Anzahl an Mikroorganismen eine hohe biologische Stabilität und ist dadurch auch nicht sehr anfällig bei kurzzeitigen Störungen.
Die sich am Boden sammelnden Sedimente werden einmal im Jahr abgesaugt und die Pflanzen zurückgeschnitten. Abgestorbene Pflanzenreste und vorhandene Fadenalgen werden einmal im Jahr entfernt. Dadurch werden dem System Nährstoffe, und damit auch den Algen eine der Lebensgrundlagen entzogen.
Gebaut werden Naturbadeteiche meist in ländlicheren Regionen, deren Gärten genügend Platz für einen solchen Teich bieten.
Der Schwimmbereich ist in diesem Fall baulich nicht von der Regenerationszone getrennt. Dadurch ist der Übergang vom Schwimm- in den Regenerationsbereich nach dem Einwachsen der Anlage fließend. Es kann natürlich auch sein, dass mal ein Frosch oder ein Molch Ihren Weg kreuzt, eben so, wie in einem natürlichen See auch.
Geeignet ist diese Bauart für Menschen, die sich nicht daran stören oder sogar Interesse daran haben, die natürlichen biologischen Vorgänge im jahreszeitlichen Verlauf mitzuerleben. Wer das ganze Jahr über „glasklares“ Wasser haben möchte, ist hiermit falsch beraten.
Die Tiefe eines Schwimmteiches der Kategorie 1 sollte mindestens 2,00 Meter betragen, um genügend Puffer bei der Erwärmung des Wassers in den Sommermonaten zu haben. Nur so stellt sich die natürliche Umwälzung mit kälteren und wärmeren Wasserschichten ein. Gleichzeitig werden bei dieser Tiefe auch die sich am Boden abgesetzten Sedimente nicht, bzw. weniger aufgewirbelt.

Wie stehen Sie zum natürlichen Badevergnügen? Steht bei Ihnen das „glasklare“ Wasser, oder eher das natürliche Badeerlebnis im Vordergrund?

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